Galerie Gilla Lörcher
Contemporary Art

Iris Musolf | Die Blaue Klinge | 08.02. - 04.04.2014

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Wir freuen uns, mit der Ausstellung „Die BLAUE KLINGE“ die zweite Solo show der 1980 in Hannover geborenen Künstlerin IRIS MUSOLF zu präsentieren.
Ähnlich wie bei ihrer Ausstellung bei Galerie Gilla Lörcher in 2011, steht auch hier das Thema der Kommerzialisierung von Schönheit und Sexualität im Vordergrund. Präsentiert werden die jüngst entstandenen Skulpturen der Künstlerin und die Videoarbeit „Becoming it“.

Artist statement IRIS MUSOLF:
„Mich fasziniert die Funktionalisierung des Körperkultes. Wir sind umgeben von der Anbetung für den unwirklichen Körper und der Simulation von Lust. Ich frage mich warum: Um zu verschleiern? Um das Rauschhafte, Enthemmte, den Ekel vor dem Leib und das Ekstatische zu verbannen? Pornografie ist aus meiner Sicht sicherlich ein Teil davon. “Sex sells. Das ist die Rechtfertigung für alles. Jede Industrie ist Sexindustrie”, so hat es Laurie Penny formuliert. Meine Arbeit ist Ausdruck eines gefühlten kulturellen Traumas, dessen Symptom der Körper ist. Er ist kommerzielle Ressource und industrielles Produktionsmittel. Pornografie verstehe ich als übersteigerte Lust an reibungslosen Abläufen, in denen das intime körperliche Erleben in den Dienst eines Produktionsablaufes zur Gewinnmaximierung gestellt wird. Während dessen verschwinden die Differenzen dieser Körper und werden zu stilisierten Bildoberflächen. Der menschliche Körper wird unter der Verwendung von technischen Möglichkeiten als saubere Folie für kommerzielle Zwecke benutzt.“

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Interview, das Candice Breitz mit Iris Musolf im Januar 2014 führte.


English

We are delighted to present the second solo show DIE BLAUE KLINGE (The Blue Blade) of IRIS MUSOLF (born in 1980 in Hannover). Like in her exhibition in 2011 at Galerie Gilla Lörcher,theartist’s focus is on the commercialisation of beauty and sexuality. New sculptures and her brand new video work „Becoming it“ can be explored in the exhibition.

Artist statement IRIS MUSOLF:
„ I am fascinated by the functionalisation of the cult of the body. We are surrounded by the adoration of the unreal body and the simulation of pleasure. I ask myself why. To conceal something? To ban whatever is intoxicating, disinhibited, ecstatic, abhorrent of the body? In my opinion, pornography is certainly a part of this. “Sex sells. And so, every industry has become a branch of the sex industry,” is how Laurie Penny formulated it. My work expresses a perceived cultural trauma, whose symptom is the body. The body is a commercial resource and an industrial production material. I see pornography as the exaggerated pleasure of frictionless processes, in which the intimate bodily experience is placed at the service of a production process for profit maximisation. During this process the differences between these bodies disappear and the bodies are turned into stylised image surfaces. By means of technical possibilities the human body is thus utilised as a clean foil for commercial purposes.”

The exhibition catalogue (with an interview: Candice Breitz in conversation with Iris Musolf) will be available shortly. Edition: Galerie Gilla Lörcher

Translated by David Sanchez



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